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14.06.2018 | 09:39 Uhr

Öffentliche Verwaltung in Deutschland im Digitalisierungsstress / Sopra Steria Consulting veröffentlicht "Branchenkompass Public Services 2018"

Hamburg (ots) - Bund, Länder und Kommunen in Deutschland forcieren
die digitale Aufholjagd. Gut jede dritte Behörde hat das Basisziel
eines elektronischen Zugangs vollständig oder weitgehend erreicht. 39
Prozent befinden sich mitten in der Umsetzung. Die elektronische
Akte, einer der Eckpfeiler für eine digitale Verwaltung, befindet
sich bei drei von vier Verwaltungen auf Kurs. Größeres Kopfzerbrechen
bereiten die im Onlinezugangsgesetz (OZG) enthaltenden Vorgaben, alle
geeigneten Verwaltungsdienste bis 2022 online zur Verfügung stehen.
Das ergibt die Studie "Branchenkompass Public Services 2018" von
Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

Das Ziel einer digitalen Verwaltung ist das beherrschende Thema
der öffentlichen Verwaltung. Für 86 Prozent der Entscheider bei Bund,
Ländern und Kommunen ist die Umsetzung der zahlreichen Programme und
Vorschriften wie E-Government-Gesetz und Onlinezugangsgesetz
Top-Aufgabe der kommenden zwei Jahre. Die bisherige Umsetzung der
zahlreichen Vorhaben ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Die
elektronische Vergabe über Plattformen wie www.evergabe-online.de ist
bei rund jeder zweiten Behörde möglich. Die Online-Bezahlung bietet
dagegen erst jede zehnte Verwaltungseinrichtung an, weitere 49
Prozent arbeiten an der Umsetzung.

"Digitalisierung ist Belastungsprobe"

Mehr als die Einrichtung konkreter E-Government-Dienste
beschäftigen organisatorische Aufgaben die Verantwortlichen.
Prozessmanagement, Aufgabenpriorisierung sowie interne Organisation
stehen bei mindestens 70 Prozent der Entscheider weit oben auf der
Agenda. "Zudem muss der Aufbau einer digitalen Verwaltung intern
begleitet werden. Die Weiterentwicklung der gewohnten Arbeitswelt
sowie das Erlernen neuer Technologien und ungewohnter Prozesse
erfordern Maßnahmen, die neben der Technologie den Faktor Mensch
ebenfalls in den Fokus nehmen. Diese sollten in jeder digitalen
Strategie vorhanden sein", sagt Studienleiter Ulf Glöckner, Manager
Public Services bei Sopra Steria Consulting.

Die Hürden und der enge Digitalisierungszeitplan sorgen für mehr
Zusammenarbeit der Verwaltungen untereinander, zeigt die Studie.
Vernetzung und Partnerprogramme funktionieren oder befinden sich im
Aufbau, sagen rund acht von zehn Entscheidern. "Die öffentliche
Verwaltung in Deutschland hat mit dem digitalen Umbau gerade einen
Kraftakt zu bewältigen. 575 Anliegen in fünf Jahren zu digitalisieren
erfordert vor allem Kooperationen auf allen Ebenen", sagt Bernd
Baptist, Leiter des Geschäftsbereichs Public Sector bei Sopra Steria
Consulting. "Der im OZG festgelegte Termin 2022 ist eine echte
Belastungsprobe für alle Verwaltungsteile. Die Frist führt aber
gleichzeitig zu pragmatischen Lösungen, zeigt die Praxis", so
Baptist.

Abwehr von Hackern und Datenschutz binden viele Ressourcen

Eine direkte Folge der Digitalisierung ist die Dominanz von
Sicherheitsthemen. Cyberkriminalität wird von fast allen
Verwaltungsentscheidern als sehr große Gefahr eingeschätzt.
Angesichts des hohen Ressourcenbedarfs steigen die Investitionen in
eine Professionalisierung der IT-Sicherheit. Jede zweite Behörde
verstärkt ihren Schutz durch regelmäßig durchgeführte
Penetrationstests durch IT-Sicherheitsexperten. 24 Prozent der
befragten Verwaltungen planen den Aufbau eines Security Operation
Center (SOC) für die Cyber-Security-Arbeit. 31 Prozent wollen diese
Aufgaben an externe Sicherheitsspezialisten auslagern.

Bei den Investitionen in konkrete E-Government-Projekte liegt der
Fokus der Verwaltungen in den kommenden zwei Jahren auf der Umsetzung
der E-Akte und der automatischen Vorgangsbearbeitung. Zudem sollen
Open und Mobile Government vorangetrieben werden. Mehr als jeder
dritte Entscheider plant Budget für die Entwicklung entsprechender
Angebote ein. Frei verfügbare und maschinell nutzbare öffentliche
Daten sollen Impulse für innovative Geschäftsmodelle von Unternehmen
liefern sowie für mehr Transparenz sorgen. Mobile Government ist vor
allem Thema der großen Kommunen ab 100.000 Einwohner und der Länder.
Beispiele sind Melde-Apps, mit denen Bürger Verkehrsprobleme oder
Müllablagerungen melden können, sowie der im Oktober 2017 gestartete
Pilotbetrieb "Mobiler Arbeitsplatz" der Polizei Rheinland-Pfalz.

Kommunen spüren dünne Finanzdecke und demographische Effekte am
stärksten

Andere brisante Themen der vergangenen zwei Jahre wie die
Haushaltslage sowie Zuwanderung sind wichtig, verlieren im Vergleich
zum Überthema Digitalisierung derzeit etwas an Brisanz, so die
Studie. Nur jeder fünfte Verwaltungsentscheider nennt beispielsweise
die Schuldenbremse als eine Top-Herausforderung der kommenden Jahre.
Die Finanzlage der Kommunen bleibt allerdings angespannt. Gerade in
strukturschwachen Regionen konkurrieren hohe Sozialausgaben mit den
Investitionen. Dazu kommt der längst überfällige Netzausbau.

Kommunen und große Städte (86 Prozent) spüren zudem häufiger als
Bundes- und Landesbehörden die Folgen demografischer Entwicklungen.
Die Zuwanderung trifft vor allem die Metropolen und Großstädte. Damit
verschärft sich dort die Wohnungssituation deutlich. Verwaltungen in
ländlichen Regionen müssen dagegen mehr als andere die Überalterung
der Bevölkerung abfedern. Das betrifft auch das Personalmanagement
der deutschen Verwaltungen. Jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen
Dienst ist über 55 Jahre alt und wird in den nächsten Jahren in den
Ruhestand gehen. 61 Prozent der Entscheider wollen mit strategischen
Einstellungs- und Weiterbildungsoffensiven reagieren, 57 Prozent
setzen parallel auf die Prüfung und effiziente Weiterentwicklung
ihrer Aufgabenwahrnehmung. 44 Prozent der Befragten sind für eine
systematische Prüfung von Aufgaben und Abläufen, die noch vor der
Digitalisierung von Prozessen durchgeführt wird. Direkte Kürzungen
bei Zuschüssen und freiwilligen Leistungen sollen dagegen die
absolute Ausnahme bleiben.

Über die Studie: Gesichter der Digitalen Verwaltung kommen zu Wort

Von Februar bis März 2018 befragte das Marktforschungsinstitut
Forschungswerk im Auftrag von F.A.Z.-Institut und Sopra Steria
Consulting 100 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und
Kommunalverwaltungen zu den aktuellen und zukünftigen
Herausforderungen durch die Digitalisierung im öffentlichen Sektor.
Die Befragung wurde in Form von Computer Aided Telephone Interviewing
(CATI) durchgeführt. Die befragten öffentlichen Verwaltungen setzen
sich zu knapp einem Drittel aus Bundes- und Landesbehörden und zu gut
zwei Dritteln aus Gemein¬den und Landkreisen zusammen. Im
Studiendesign sind nur Kommunen ab 20.000 Einwohner vertreten.
Darüber hinaus wurde in vertiefenden Interviews mit Spitzenvertretern
der öffentlichen Verwaltung sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der
Kommunalen IT-Dienstleister e.V. (Vitako) zu ihren Erfahrungen und
Standpunkten gesprochen.

Links:
Branchenkompass Public Services bestellen: https://goo.gl/x12rfY
Infografik herunterladen: https://goo.gl/NZps7i

Über Sopra Steria Consulting (www.soprasteria.de)

Sopra Steria Consulting zählt heute zu den Top Business
Transformation Partnern in Deutschland. Als ein führender
europäischer Anbieter für digitale Transformation bietet Sopra Steria
eines der umfassendsten Angebotsportfolios für End-to-End-Services am
Markt: Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung,
Infrastrukturmanagement und Business Process Services. Unternehmen
und Behörden vertrauen auf die Expertise von Sopra Steria, komplexe
Transformationsvorhaben, die geschäftskritische Herausforderungen
adressieren, erfolgreich umzusetzen. Im Zusammenspiel von Qualität,
Leistung, Mehrwert und Innovation befähigt Sopra Steria seine Kunden,
Informationstechnologien optimal zu nutzen. Mit mehr als 42.000
Mitarbeitern in über 20 Ländern erzielte Sopra Steria 2017 einen
Umsatz in Höhe von 3,8 Mrd. Euro.

Die Sopra Steria Group (SOP) ist notiert an der NYSE Euronext
Paris (Compartment A) - ISIN: FR0000050809.

Weitere Informationen finden sich unter
www.soprasteria.de/newsroom



Pressekontakt:
Sopra Steria Consulting:
Nils Ritter
Tel.: +49 (0) 40 22703-8801
E-Mail: nils.ritter@soprasteria.com

Faktor 3:
Eva Klein
Tel. +49 (0) 40 679446-6174
E-Mail: e.klein@faktor3.de

Original-Content von: Sopra Steria SE, übermittelt durch news aktuell

Quelle: http://www.presseportal.de

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