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14.06.2018 | 10:30 Uhr

Bain-Studie zur neuen urbanen Mobilität / Das Statussymbol Auto verliert an Glanz (FOTO)

Bain-Studie zur neuen urbanen Mobilität / Das Statussymbol Auto verliert an Glanz (FOTO) München (ots) -

Befragung von 1.700 Städtern in Deutschland und Österreich ergibt,
dass sich die Entscheidungskriterien für die Wahl des Verkehrsmittels
verändern

- Je nach Zukunftsszenario sind 17 bis 34 Prozent der Autobesitzer
bereit, auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten
- Weiterentwicklung des traditionellen Geschäftsmodells von
Herstellern und Zulieferern ist unerlässlich
- Konzentration auf Teilaspekte der neuen
Mobilitätswertschöpfungskette und Kooperationen mit neuen
Wettbewerbern stehen im Fokus

Lange Staus, drohende Fahrverbote, neue Mobilitätskonzepte: Immer
mehr Menschen in Ballungsräumen in Deutschland und Österreich
überdenken den Besitz eines eigenen Autos. Die Entscheidungskriterien
für die Auswahl des Verkehrsmittels haben sich in den letzten fünf
Jahren weiter verändert. Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit
sind urbanen Mobilitätskunden am wichtigsten. Diese veränderten
Kundenpräferenzen ermöglichen zunehmend neue Lösungen für die urbane
Mobilität. Damit entsteht eine neue Mobilitätswertschöpfungskette mit
hoher Wettbewerbsdynamik zwischen Herstellern, Zulieferern,
Technologieunternehmen, Autovermietungen, Leasing-Unternehmen und
anderen Playern. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Neue urbane
Mobilität: Der Wandel erfolgt jetzt" der internationalen
Managementberatung Bain &amp; Company. Für die Studie wurden rund 1.700
Einwohner in den Ballungsräumen Berlin, München, Rhein-Ruhr und Wien
befragt.

Die maßgeblichen Treiber dieser Entwicklung sind Politik,
technologischer Fortschritt und die persönliche Einstellung der
Stadtbevölkerung zur Mobilität. Während Großstädte wegen überlasteter
Verkehrswege und negativer Umwelteinflüsse Fahrverbote erwägen,
steigen Autofahrer zunehmend auf Carsharing oder individualisierte
Mitfahrgelegenheiten (Ride-Hailing) um. "Bisher werden alternative
Mobilitätsangebote vor allem als Ergänzung zum eigenen Auto genutzt",
stellt Bain-Partner und Co-Autor der Studie Dr. Klaus Stricker fest.
"Doch das Umdenken ist in den Köpfen vieler Städter bereits in vollem
Gang."

Autobesitz wird in Ballungsgebieten unattraktiver

Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit sind für die
Studienteilnehmer die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Wahl
des Verkehrsmittels (Abb. 1). Seit 2013 haben insbesondere
persönliche Sicherheit, Privatsphäre und Kommunikationsmöglichkeiten
während der Fahrt an Bedeutung gewonnen. Verloren haben dagegen
Fahrspaß und Flexibilität. Die Mobilitätskosten liegen weiterhin im
Mittelfeld der Entscheidungskriterien, ihr Stellenwert hat in den
letzten fünf Jahren sogar leicht abgenommen.

Diese Ergebnisse gehen einher mit einem weiteren Imageverlust des
Autos. Nur noch 29 Prozent der Befragten betrachten das Auto als
Statussymbol. Das sind 7 Prozentpunkte weniger als 2013. In Wien
liegt dieser Wert mit 25 Prozent am niedrigsten. Abhängig vom
jeweiligen Zukunftsszenario sind 17 bis 34 Prozent der Autobesitzer
in den vier untersuchten Ballungsräumen bereit, bei passenden
Mobilitätsalternativen auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten (Abb.
2).

Geschäftsmodell und Mobilitätsangebot weiterentwickeln

Noch ist offen, welche Zukunftskonzepte sich durchsetzen werden.
"Allerdings laufen die Autohersteller Gefahr, dass sich andere Player
zwischen sie und ihre heutigen Kunden drängen", erklärt Bain-Partner
und Co-Autor der Studie Ralf Kalmbach. "Schnittstelle und Interaktion
mit den Kunden drohen verloren zu gehen, was sich negativ auf die
Profitabilität auswirken kann." Bei neuen Mobilitätslösungen stehen
die Automobilhersteller zunehmend im Wettbewerb mit
Technologieunternehmen wie Waymo, Uber, Didi oder Apple.

Viele Autohersteller etablieren bereits neue Geschäftsfelder und
Geschäftsmodelle. Kaum einer von ihnen wird jedoch die gesamte neue
Mobilitätswertschöpfungskette allein abdecken können. Für die
Unternehmen gilt es zu entscheiden, in welchen Bereichen sie in
Zukunft eigenständig agieren und in welchen sie Partnerschaften
eingehen wollen. So erfordert beispielsweise die Entwicklung des
autonomen Fahrens Milliardeninvestitionen. Für Unternehmen, die mit
eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten nicht zu den
Vorreitern aufschließen können, sind Partnerschaften oder
zugelieferte Technologien von Spezialisten wie Waymo sinnvoller. Auf
diese Weise ist es ihnen möglich, sich auf andere Elemente der
Wertschöpfungskette zu konzentrieren, in denen sie eine echte
Differenzierung und Führungsposition erreichen können.

"Hersteller, die versuchen, ihre dominante Führungsrolle im
bisherigen Automobilgeschäft eins zu eins auf die neue Mobilitätswelt
zu übertragen, werden scheitern", betont Bain-Partner Stricker. "Wer
aber den Paradigmenwechsel schafft hin zum besten Anbieter in
einzelnen Teilen der neuen Mobilitätswertschöpfungskette, wird sich
auch in dieser Welt als führender Spieler etablieren können. Dazu
gehört auch, die für sich besten Partner zu gewinnen sowie
intelligente Kooperationsmodelle aufzusetzen."

Über die Studie

Bain &amp; Company hat in der vorliegenden Studie zum zweiten Mal nach
2013 die Einstellung von Erwachsenen in Deutschland und Österreich zu
neuen Mobilitätskonzepten untersucht. In einer repräsentativen
Stichprobe wurden mehr als 1.700 Bewohner der Ballungsgebiete Berlin,
München, Rhein-Ruhr und Wien zu ihren Entscheidungskriterien bei der
Wahl des Verkehrsmittels, ihrer Akzeptanz gegenüber neuen
Mobilitätsformen, ihrer Einstellung zum Auto und ihren Erwartungen an
die Mobilität der Zukunft befragt.

Bain &amp; Company

Bain &amp; Company ist eine der weltweit führenden
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Informationstechnologie,
Organisation, Private Equity, digitale Strategie und Transformation
sowie M&amp;A - und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit
seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu
erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im
Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngeschäft des
Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue
Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer Gründung im Jahr 1973
lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen.
Bain unterhält 56 Büros in 36 Ländern und beschäftigt weltweit 8.000
Mitarbeiter, 900 davon im deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain
unter: www.bain.de.

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Leila Kunstmann-Seik
Bain &amp; Company Germany, Inc.
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E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com
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Quelle: http://www.presseportal.de

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