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12.07.2018 | 16:31 Uhr

KONTRASTE: Illegaler Handel mit Krebsmedikamenten - Risiko für Patienten in Deutschland

Berlin (ots) - Ein Netzwerk international tätiger Pharmahändler
soll in Deutschland illegal mit Krebsmedikamenten im Wert von
mehreren Millionen Euro gehandelt haben. Das berichtet das
ARD-Politikmagazin KONTRASTE in seiner heutigen Sendung. Insgesamt 21
Mitglieder der Bande seien bereits Anfang Mai in Griechenland
verhaftet worden. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, hochsensible
Krebsmedikamente aus griechischen Kliniken entwendet und nach
Deutschland geschmuggelt zu haben. Gegenüber KONTRASTE sagte der
stellvertretende Gesundheitsminister Pavlos Polakis, man wisse, dass
der Transport dieser Medikamente "nicht ordnungsgemäß verlaufen" sei
und sogar die Kühlkette unterbrochen worden sei: "Wir sprechen hier
von einer illegalen Bande, die sich offensichtlich nicht um
medizinische Anforderungen gekümmert hat." Den Recherchen zufolge
sollen die Präparate sogar auf einem Athener Fischmarkt
zwischengelagert worden sein.

In Deutschland hatte das Netzwerk Geschäftspartner in Hessen und
Brandenburg. Gegenüber KONTRASTE bestätigte die Staatsanwaltschaft
Potsdam Ermittlungen gegen das Unternehmen Lunapharm mit Sitz im
brandenburgischen Mahlow wegen des Tatvorwurfs der "Hehlerei und
Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz". Es habe bereits eine
Hausdurchsuchung gegeben. Lunapharm bestreitet, an dem Handel mit
möglicherweise unwirksamen Medikamenten beteiligt zu sein. Das
Brandenburger Gesundheitsministerium untersagte der Firma den Handel
mit den betroffenen Krebsmedikamenten aus Griechenland, entzog dem
Pharmahändler aber nicht die Großhandelserlaubnis. Dazu teilte das
Ministerium KONTRASTE mit, es lägen "keine Hinweise vor, dass mit
Arzneimitteln, die Gegenstand von Straftaten geworden sind oder die
in ihrer Qualität beeinträchtigt sind, gehandelt wurde."

Der Onkologe Professor Wolf-Dieter Ludwig von der
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft kritisierte das
Verhalten des Brandenburger Gesundheitsministeriums als
"verantwortungslos". Die Behörde hätte nach ersten Hinweisen eine
Warnung an Ärzte und Patienten herausgeben müssen und dafür sorgen
müssen, "dass diese Medikamente so rasch wie möglich aus dem
deutschen Markt verschwinden." Auch die oberste griechische
Arzneimittelaufsicht EOF äußerte sich gegenüber KONTRASTE verwundert,
dass der Skandal in Deutschland nie bekannt wurde und Lunapharm die
Lizenz nicht entzogen wurde: Im Augenblick, als man die deutschen
Behörden informiert habe, dass illegale Medikamente im Umlauf seien,
"hätte man die Öffentlichkeit informieren können", sagte Ioannis
Malemis von der EOF.

Mehr dazu in KONTRASTE heute 21 Uhr 45 im Ersten.



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030 97993 22801

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