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12.10.2018 | 09:00 Uhr

Mit Kindern offen über Krebserkrankung sprechen

Baierbrunn (ots) - Wenn eine Mutter, ein Vater oder die Großeltern
an Krebs erkranken, sprechen viele Eltern nicht oder sehr spät mit
dem Kind darüber - um es zu schützen. Dabei zeigen Erfahrungen und
auch Studien, "dass es Kindern auf längere Sicht mehr schadet, wenn
sie nichts erfahren, als wenn man offen mit ihnen spricht", erläutert
im Apothekenmagazin "Baby und Familie" Anita Zimmermann,
Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Vereins Flüsterpost in Mainz,
der sich für Kinder krebskranker Eltern einsetzt. Selbst kleine
Kinder merken der Expertin zufolge über Mimik und Gestik, wenn es den
Eltern nicht gut geht. "Kinder beobachten ja genau. Sie spüren, dass
etwas nicht in Ordnung ist, aber wissen nicht, was. Das kann Angst
machen." Krebs sei eine "Familiendiagnose", betont Zimmermann.
"Kinder haben ein Recht auf Information."

Wichtig für das Gespräch über eine Krebserkrankung sei eine ruhige
Atmosphäre, Zeit - und Ehrlichkeit. "Wir haben den Leitsatz: 'Man
muss nicht immer alles, was man weiß, dem Kind sofort mitteilen, aber
was man sagt, sollte wahr sein'", sagt Zimmermann. Keinesfalls solle
man Kindern Versprechungen zu machen. "Nicht sagen: 'Ich werde auf
jeden Fall gesund.' Sondern es offenlassen mit Sätzen wie: 'Ich
möchte gesund werden' oder 'Ich hoffe es'", empfiehlt die Expertin.
"Kinder nehmen es übel, wenn das Versprochene nicht eintrifft, und
das zerstört Vertrauen."

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Das Apothekenmagazin "Baby und Familie" 10/2018 liegt aktuell in den
meisten Apotheken aus.



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Katharina Neff-Neudert
Tel. 089 / 744 33 360
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